1. Organisatorischer Schlüsselschutz


Sicherungskarte

Der Inhaber einer Sicherungskarte ist in der Lage, für die auf der Sicherungskarte angeführte Schließanlagennummer oder Zylindernummer Schlüssel nachzubestellen:

  • mit einem Bestellschein, auf dem die Sicherungskarte abgedruckt wird
  • auf dem Postweg
  • EVVA Sicherungskarte

2. Rechtlicher Schlüsselschutz


Markenschutz (Schutzdauer unbegrenzt)

Die Marke (z.B. Buchstaben, Worte, Zahlen oder grafische Darstellungen) ist die Bezeichnung für eine Ware eines Unternehmens. Die Schutzdauer ist generell auf 10 Jahre begrenzt, kann aber immer um jeweils 10 Jahre verlängert werden.
Auf dem Schlüssel bzw. Schließzylinder ist eine vom Hersteller geschützte Marke aufgeprägt bzw. vermerkt, diese muss jedoch nicht mit dem offiziellen Markennamen übereinstimmen.
Es gibt aber unter den Schließzylinderherstellern auch die Möglichkeit, im Schlüssel- bzw. Kernprofil einen Markennamen zu beschreiben.   

Gebrauchsmusterschutz (Schutzdauer 10 Jahre)

Das Gebrauchsmuster wird auch „kleines Patent“ genannt. Es dient zum Schutz einer technischen Erfindung. Im Gegensatz zum Patent muss die Erfindung keinen hohen Erfindungsgehalt aufweisen. Ziel ist eine rasche Registrierung und der schnelle Schutz vor Nachahmern (Verfahrensdauer 4-8 Monate).  

Patentschutz (Schutzdauer 20 Jahre)      

Das Patent gibt dem Inhaber das ausschließliche Recht, den geschützten Gegenstand betriebsmäßig herzustellen und ihn in Verkehr zu bringen. Die Laufzeit des Patents beginnt bereits mit dem Anmelde- bzw. Prioritätstag.  

Der Patentschutz unterscheidet sich wesentlich vom Gebrauchsmuster, da ein Patent während 18 Monaten auf seine Erfindungshöhe geprüft wird. Nach der 18-monatigen Frist gibt es die 4-monatige Einspruchsfrist. In Nicht-EU-Ländern kann diese Prüfung bis zu 12 Jahre (!) dauern. Wenn keine Einsprüche vorliegen wird das Patent erteilt. 

3. Technischer Schlüsselschutz


Am Schlüssel müssen technische Voraussetzungen vorhanden sein, die ein

  • Kopieren des Schlüssels      
  • Manipulieren des Schlüssels       
  • Auslesen des Schlüssels        

verhindern oder so weit wie möglich erschweren sollen.   

Kopieren des Schlüssels

Der Schlüssel muss in seiner technischen Ausprägung so gestaltet sein, dass ein Duplizieren des Schlüssels mit handelsüblichen Werkzeugen und Einrichtungen nur sehr schwer und mit hohem wirtschaftlichem Aufwand möglich ist. Schlüsselrohlinge eines Hersteller oder eines Rohlingsproduzenten dürfen am Markt nicht erhältlich sein!  

Manipulieren des Schlüssels

Die Sperrmerkmale am Schlüssel müssen in ihrer Vielfalt so ausgeprägt sein, dass es nicht möglich ist, aus einem hierarchisch tiefer stehenden Schlüssel einen übergeordneten Schlüssel herzustellen.        

Auslesen des Schlüssels

Die äußere Erscheinungsform des Schlüssels (Einkerbungen, Bohrmulden, ...)dürfen nicht auf die Hierarchie des Schlüssel schließen lassen. Besonders bei Stiftsystemen kann bei Betrachtung mehrerer Eigenschlüssel oder Gruppenschlüssel auf die Kodierung des Hauptschlüssel rückgeschlossen werden..

4. Technologischer Schlüsselschutz


Am Schlüssel müssen technologische Voraussetzungen vorhanden sein, die ein

  • Kopieren des Schlüssels
  • Manipulieren des Schlüssels
  • Auslesen des Schlüssels

mit dem heutigen Stand der Technik ausschließen.

Nur der Hersteller kennt die Produktions- und Herstellungstechnik, um einen Nachschlüssel herzustellen.

Aufgrund der heute weit verbreiteten Informationen über rein mechanische Schließsysteme (Stiftsysteme, Bohrmuldensysteme, Plättchensysteme, ...) müssen auf dem Schlüssel zwei unterschiedliche Technologien gleichzeitig in Verbindung gebracht werden.